Der Militärmusikdienst hat an der Spitze von insgesamt 22 Musikkorps drei Orchester mit besonderem Auftrag: die Big Band der Bundeswehr als Instrument der Nachwuchswerbung, das Stabsmusikkorps in Berlin, als Protokollmusikkorps und das Musikkorps der Bundeswehr (ehemals Stabsmusikkorps Bonn), als Konzertblasorchester. Seit dem 1. Juli 2000 hat sich neben einer Namensänderung für das Musikkorps der Bundeswehr Entscheidendes geändert: Als repräsentatives Konzertorchester vertritt es die Streitkräfte bei herausgehobenen konzertanten Veranstaltungen im In- und Ausland, wie z.B. bei einem Galakonzert auf der Internationalen Konferenz der WASBE 2003 in Schweden.
Weiterhin wird das Musikkorps die Bundesrepublik Deutschland und die Bundeswehr im Protokollarischen Ehrendienst mit Schwerpunkt in Bonn und im westdeutschen Raum an herausgehobener Stelle und in besonders qualifizierter Weise eingesetzt.
Das Musikkorps der Bundeswehr blickt auf eine über vierzigjährige musikalische Tradition zurück. Unter seinem alten Namen „Stabsmusikkorps der Bundeswehr” hat es sich nicht nur auf den großen Konzertbühnen des Inlandes einen hervorragenden Namen erworben, sondern auch die USA, Japan, Afrika und fast alle Länder Westeuropas mit großem Erfolg bereist. Bei den Protokollarischen Ehrendiensten hat es unzähligen Staatsgästen aus aller Welt die musikalischen Ehren erwiesen.
In der Programmgestaltung des Orchester kommt natürlich der „Konzertanz” und hier insbesondere den Originalkompositionen für Blasorchester eine besondere Stellung zu. In den Benefizkonzerten des Musikkorps wird meist ein weiter musikalischer Bogen von Bearbeitungen großer „klassischer” Werke über Märsche bis hin zur unterhaltenden Literatur unserer Tage gespannt. Diese Vielfalt entspricht in gleichem Maße der Vielseitigkeit moderner Blasmusikentwicklung wie den reichen klanglichen Möglichkeiten eines so attraktiven, beeindruckenden Klangkörpers. Gleichzeitig soll mit einer solchen Programmgestaltung bei Benefizkonzerten der erfreulichen Vielschichtigkeit unseres Publikums Rechnung getragen werden, die ein besonderes Kennzeichen der Militärorchester darstellt.
Zuletzt soll eine Tatsache nicht verschwiegen werden, auf die das Orchester besonders stolz ist: Es hat während seines nun über vierzigjährigen Bestehens neben seinen anderen Aufgaben einen Reinerlös von über 4 Millionen Euro für wohltätige Zwecke eingespielt.

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Oberstleutnant Walter Ratzek
Chef Musikkorps der Bundeswehr
Biographie |
Oberstleutnant Walter Ratzek wurde 1960 in Offenau (Baden-Württemberg) geboren. Von früher Kindheit an widmete er sich dem Klavier und später auch der Querflöte. Nach seinem Abitur trat er 1979 in Stuttgart beim Heeresmusikkorps 9 in die Bundeswehr ein. Von 1980 bis 1985 studierte er dann Kapellmeister, Dirigieren bei Professor Wolfgang Trommer und Klavier in der Klasse José Luis Prado an der Robert-Schumann-Hochschule für Musik Düsseldorf. Das Kapellmeisterdiplom stand am Ende seiner Studien. Anschließend war er als 2. Musikoffizier beim Gebirgsmusikkorps 8 in Garmisch-Partenkirchen und ab 1987 als stellvertretender Chef des Stabsmusikkorps der Bundeswehr und Leiter des Kammerorchesters eingesetzt. Von 1989 bis 1995 leitete er als Chef das Heeresmusikkorps 2 in Kassel. Anschließend wurde ihm die Leitung des Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr anvertraut. Hier prägte er mit entscheidend den jungen Musikernachwuchs der Militärmusik.
Als Gastdirigent nationaler wie internationaler renommierter Orchester, Leiter von Workshops und diversen Fortbildungsmaßnahmen ist Ratzek in der Szene sowohl als Dirigent als auch Pianist international bekannt.
Über 20 CD-Produktionen mit verschiedenen sinfonischen Blasorchestern belegen sein Klangideal, das auf einer lupenreinen Intonation, brillantem Rhythmus, ausgeglichener Balance aufbaut und so exemplarische künstlerische Interpretationen ermöglicht.
Seit Oktober 2001 ist ihm die Leitung des Musikkorps der Bundeswehr, dem Konzertblasorchester, übertragen.
Festausschuss im Bundesministerium der Verteidigung e.V.
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